WordPress fragt mich gerade …

Was würdest du tun, wenn du im Lotto gewinnen würdest?

La Habana, 2011

Natürlich habe ich Träume, die man mit Geld fast allesamt erfüllen könnte. Ein Millionengewinn im Lotto beispielsweise – wo würde ich hinwollen? Ich habe kaum Wünsche, was Anschaffungen betrifft, aber viele Orte, die ich gerne mit Richard besuchen würde, und wenns passt, auch mal länger zu bleiben:

  1. In die Berge. Für eine Woche dort fotografieren und schreiben, das Notizbuch auf einem Klapptisch
  2. Irgendwo in Afrika, in der Nähe des Kilimandscharo. Wieder auf einem Klappsessel und an einem Klapptisch in der Savanne. Unter einem Baldachin, der Schatten spendet, Bier trinken, mit einem Träger flirten, fotografieren und schreiben
  3. Auf der Chinesischen Mauer wandern, fotografieren und wieder … schreiben (Der Klapptisch und das Schreiben, die verfolgen mich)
  4. Mit Richard in einem großen Wohnmobil in den USA von Südosten nach Nordwesten und retour
  5. Cuba – aber diesmal auch Matanzas, Cienfuegos, Varadero, Cidra, Siearra Maestra und Los Arabos, um bei Eddy Blanco Ananassaft mit Rum zu trinken
  6. Dachstein, den Gletscher runter nach Norden, zum Stein, um den Todesmarsch von Martin Thaler in die andere Richtung zu gehen
  7. Jägersee, einfach nur dort, und glücklich sein. Klapptisch, Notizbuch, schreiben. Und wenns leicht geht, im See gekühltes Bier
  8. Ein Leben voller Reisen, gebräunt und in Jeans und in festen Schuhen
  9. Bücher kaufen, wann immer ich will
  10. Und der Lebensabend mit Richard vielleicht auf Kuba – ein Holzhaus am Strand. Alt werden, viel lachen, Freunde haben, glücklich zu ihm hinsehen, und am Ende, über die Mondstraße nach Hause gehen, wo immer das sein mag

Aus meinem Moleskine von 2011 – ziemlich verwitterte Schrift.

Moleskine2011

El Malecon, La Habana, Cuba

WordPress fragte mich: Hast du einen Lieblingsort, an dem du schon warst? Welcher ist es?

Das ist mein Lieblingsort. Dort spüre ich das Leben. In der Nacht, unter dem Mond, am Wasser, wo die jungen Leute tanzen, Rum trinken, rauchen, lachen und reden.

El Malecon, die kilometerlange Uferpromenade, auf der man von Miramar, über Nuevo Vedado und Vedado bis nach Habana Vieja gehen kann, wenn man es tagsüber in der Hitze und im Lärm der Autos schafft, und nachts, vorbei an Trinkern und Schwätzern, Anglern und Tänzern, Jungs, die vom Fußballspielen heimgehen, Mädchen, die nach Touristen Ausschau halten und Männer, die das auch tun. Musiker, die einem entgegenkommen oder vorauseilen, die Instrumente stimmen und nach Leuten Ausschau halten, die Lust auf ein paar kubanische Gassenhauer haben, Chan Chan, tú sabés?

Kaum wo ist Kuba kubanischer als am Malecon, wenn der Tag über den Rand der Welt gekippt ist und die lateinamerikanischen Geschöpfe der Nacht dich verwirren. Die Indios und Afrochinesen, Mädchen und Jungs, Frauen und Männer.

Dort singen sie A donde vas von Leonie Torres, sie singen laut und gut und mit sehr viel Gefühl. Dieter Bohlen würde weinen vor Glück. Das würden die meisten Menschen, die angesichts dieses einfachen Lebens nicht verstehen können, wie diese Leute so schön und so lebensfroh sein können.